Pressemeldung: Mehr als nur ein Versuch

Auch wenn es wie Werbung klingt: Wenn Sie im Supermarkt zum ersten Mal die Milch der Marburger Molkereigenossenschaft in die Hand nehmen, greifen Sie zu. Denn hier geht es mal nicht nur um einen weiteren Anbieter auf dem Markt, um den sprichwörtlichen "alten Wein in neuen Schläuchen".

Marburg. Hier geht es auch um die Frage, ob es nicht doch einen Ausweg aus dem Fusions-Sog gibt - zugegeben in bescheidenem Ausmaß. Eine regionale Nische in einem Lebensmittelmarkt, in dem uns täglich vorgebetet wird, dass Konzerne immer größer werden müssen, um marktfähig zu bleiben.Ja, diese Milch ist nicht zu Aldi-Kampfpreisen zu haben. Und nicht jeder kann oder will sie sich leisten.

Wer sie aber kauft, sichert damit derzeit 70 Betrieben in unseren Dörfern möglicherweise für viele Jahre das Überleben und trägt dazu bei, dass auch andere Menschen in der Region davon profitieren, dass es noch eine lokal geführte Molkerei gibt. Und ganz nebenbei: Solange die heimische Milch nicht durch ganz Deutschland oder Europa gekarrt werden muss, bis sie wieder im Geschäft steht, schmeckt sie auch besser. Übrigens: Das alles beobachten nicht nur wir gespannt, sondern die ganze Branche. Manche hoffen inständig auf den Erfolg, andere sähen die mutigen Marburger Genossen nur zu gern scheitern. Wir haben es in der Hand: Entschieden wird darüber in unseren Einkaufswagen.

Quelle: Oberhessische Presse Marburg, 09.08.2012