Guter Geschmack und lange Haltbarkeit

Marburger Traditions-Molkerei setzt auf Erhalt des Frischmilch-Aromas bei höchster Qualität.

Qualität setzt sich durch. Auf diese These setzen die Verantwortlichen der Marburger Traditions-Molkerei. Der bisherige Erfolg gibt ihnen Recht.

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von Hartmut Berge

Marburg. Als 2012 die Schwälbchen Molkerei den Standort Marburg aufgab und die Betriebsstätte in der Frauenbergstraße an die Genossenschaft zurückgab, begann eine neue Ära: Wie schon 1932 bei der Gründung der Genossenschaft, kamen auch 80 Jahre später wieder zahlreiche Landwirte zusammen. Aus der Molkerei Marburg, die von 1988 an "Schwälbchen" verpachtet war, wurde die Marburger Traditions-Molkerei.

Ziel des neuen genossenschaftlichen Betriebs war und ist es Frischmilch und hochwertige Milchprodukte aus der Rohmilch regionaler Lieferanten zu produzieren.

Die Genossenschaft packte ein großes Projekt an. Marode Anlagen mussten ersetzt werden. Ideen mit tragfähigem Konzept waren gefragt. "Viele Milchlieferanten legten bei der Renovierung und Sanierung selbst Hand an, erinnert Wolfgang Dörr und erklärt: "Wir wollten das die Produktion so schnell wie möglich beginnen konnte. Dörr ist selbst Milchlieferant, Mitglied der Genossenschaft, und er gehört dem Aufsichtsrat an.

Schonende Milchbehandlung

Gewöhnlich wird Trinkmilch durch Pasteurisieren haltbar gemacht und von gefährlichen Keimen befreit. So behandelte Milch ist bis zu zehn Tage lang haltbar. Die Molkereien entwickelten im Laufe der Jahre verschiedene Verfahren, um sie länger haltbar zu machen.

So wird die Milch etwa durch Mikrofilter gepresst und bis zu 127 Grad erhitzt. Durch das Hocherhitzen verliert sie an Geschmack. Darüber hinaus gehen aus ernährungsphysiologischer Sicht wichtige Bestandteile verloren - etwa Vitamine.

Bei dem in der Marburger Traditions-Molkerei angewandten Prolong-Herstellungsverfahren wird die Rohmilch auf 55 Grad angewärmt. Dann durch läuft sie durch sogenannte Entkeimungs-Separatoren. Mithilfe der Zentrifugalkraft und anderer schonender mechanischer Verfahren werden in den Separatoren Bakterien, Sporen und alles, was nicht in die Milch gehört, von der Rohmilch getrennt.

Im Anschluss an das Entkeimen läuft die Milch in den Entrahmungs-Separator. Dort wird sie in Magermilch und Rahm getrennt. Im nächsten Schritt wird der Magermilch wieder Rahm zugeführt, je nach gewünschtem Fettgehalt entsteht so die standardisierte Milch. Sie wird bei Temperaturen zwischen 72 und 75 pasteurisiert, dann auf vier Grad abgekühlt und in einem Steril-Tank für die Verpackung bereitgestellt.

Die Vorteile des Prolongverfahrens:

 

  • Der einzigartige Geschmack der Frischmilch bleibt erhalten.
  • Der Vitamingehalt entspricht der von Frischmilch.
  • Gefährliche Keime und alles, was nicht in die Milch gehört, werden sicher entfernt.
  • Die Produktion ist wesentlich umweltschonender als die gewöhnliche Milchbehandlung und braucht weniger Energie.
  • Die Produktionskosten werden minimiert.
  • Die Frischmilch ist bis zu 21 Tage haltbar, wenn die Kühlkette nicht unterbrochen wird.

 

von Hartmut Berge. Quelle: OP-Marburg , 03.04.2016